Die Referentinnen und Referenten

von A bis Z







 


--------------------------------------------------- Axel Becker

Diplom in Politologie und 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Sozialkunde und Geografie. (Zweiter Bildungsweg. Zuvor Realschulabschluss in Berlin, ein Jahr Seefahrt bei der Hamburg-Amerika Linie, drei Jahre Ausbildung und Dienst bei der Berliner Polizei.)

Zwei Jahre „Stundenlehrer“. Anschließend Referendariat an einem Berliner Gymnasium und 2. Staatsexamen. Fünf Jahre Lehrer in einer Spezialklasse mit autistischen Jugendlichen. Berufsbegleitendes Studium der Lernbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik. Anschließend Klassenlehrertätigkeit an einer Förderschule in den Klassenstufen 6–9.

2001 bis 2011 Klassenlehrertätigkeit und Moderator für Gewaltprävention am LISUM Berlin und in der regionalen Fortbildung. Vorträge, Studientage, Workshops und Seminare für Erzieher, Sozialpädagogen, Lehrer, Schulpsychologen und Eltern zu Themen der Mediation und Gewaltprävention.

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Die Toleranzfalle in der Gesellschaft der Vielfalt – Was bewirken zu viel Verständnis und falsch verstandene Toleranz?

Muss man dafür immer nur Verständnis haben? Kinder aus sozial vernachlässigten Familien ebenso wie aus gut situierten Verhältnissen, die notorisch den Unterricht stören und mit gewalttätigem Verhalten oder Mobbing das Klassenklima vergiften. Jugendliche, die lärmen, provozieren, pöbeln, beschimpfen und Sachen beschädigen. 200.000 Dauerschulschwänzer in Deutschland, von denen nicht wenige kriminell werden. Kinder muslimischer Einwanderer, die unter dem Einfluss traditioneller Erziehungsvorstellungen teilweise physische und/oder psychische Gewalt erleben, mit liberalen Werten überfordert sind und dies durch ihr Verhalten zum Ausdruck bringen. Jugendliche Intensivtäter, mit und ohne Migrationshintergrund, die wiederholt schwere Gewalttaten verüben. Sie alle leben in unserer „Gesellschaft der Vielfalt“. Wie gehen wir mit ihnen um? Zeigen wir zu viel Verständnis und falsch verstandene Toleranz?

Zu viele negative Verhaltensweisen und Tendenzen werden einfach hingenommen und als „Alltagsrealität“ akzeptiert. Warum? Hintergrund ist eine generelle Verunsicherung über Werte, die wir als Gesellschaft vermitteln wollen, Hilflosigkeit, wie wir diese gegen Widerstände vermitteln können, und ein Elternwille, gegen den Schule und Lehrer oft den Kürzeren ziehen. Kindern und Jugendlichen ernsthaft Grenzen zu setzen und Konsequenzen spüren zu lassen, findet daher oft nicht statt. Das gilt auf der Ebene der Politik, der Justiz und der Schule, wo Lehrer allein gelassen und überfordert sind. Aus Angst, als autoritär oder ewig Gestriger abgestempelt zu werden und weil man ja liberal sein will, gibt es endlose Mahnungen und Appelle an Vernunft und Einsicht, jede Menge wiederholter Chancen. Bei Maßnahmen gilt oft das Prinzip der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung. Das funktioniert bei vielen Kindern und Jugendlichen aber nicht.

In einer Zeit, in der angesichts der Flüchtlingsströme aus fremden Kulturen, aber auch der Zunahme von desorientierten, bindungsgestörten, vernachlässigten, sowie auch wohlstandsverwahrlosten Kindern die Wertevermittlung und Hilfestellung durch Lehrer und Erzieher wichtiger sind denn je, geht es um Gewaltprävention und soziales Lernen. Anhand vieler Beispiele aus seiner über 30-jährigen Schul- und Seminarerfahrung, auf der Grundlage neurophysiologischer und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zeigt der Vortrag, wie ein emphatischer, zugewandter und gleichzeitig konsequent-begrenzender Umgang mit schwierigen Kindern und Jugendlichen aussehen kann, ohne in Laissez faire oder autoritäre Erziehungsmuster zurückzufallen. Mit einer, in der aktuellen pädagogischen Praxis vernachlässigten, emphatisch begründeten konsequenten Haltung und den daraus resultierenden Verhaltensweisen, kann es gelingen, Kinder und Jugendliche davor zu bewahren, abzurutschen in Kriminalität und anti-soziales Verhalten. Egal, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht. Der Referent schürt keine Ressentiments gegen Ausländer/Muslime, verschweigt aber nicht die Erfahrungen, die er gemacht hat und die immer wieder Thema in den Fortbildungen zur Gewaltprävention sind. Sein vordringliches Anliegen ist die Hilfe für jene junge Menschen, die sich selbst und anderen häufig im Wege stehen, Unterstützung für Lehrer, aber auch die Gestaltung des zukünftigen Zusammenlebens in unserer Gesellschaft.

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Heterogenität, Inklusion, Diversität – Auswirkungen auf die Lehr- und Lernstrukturen in der Schule

In der Podiumsdiskussion kommen führende Experten aus den Bereichen Bildung und Gesellschaft zur aktuellen Schulentwicklung zu Wort. Sie schildern ihre Haltung zu den Themen Diversität, Heterogenität und Inklusion und die Bedeutung für ihre Umsetzung in der Schule. Gleichzeitig benennen sie Probleme und Risiken. Ein Forum für die Meinungsbildung zur größten Reform-Baustelle in der Schulpolitik.

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Samstag, 10.30 Uhr und 14.00 Uhr
Samstag, 12.00 Uhr (Podiumsdiskussion)

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