Die Referentinnen und Referenten

Workshops







   Workshop Nr. 1



Dr. phil. Leokadia Brüderl
Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis; Verhaltenstherapeutin; Schematherapeutin (ISST) für Kinder und Erwachsene; Dozentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin (VT, ISST).
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Einführung Schematherapie
Schematherapie, als Erweiterung der KVT für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen oder anderen chronischen psychischen Problemen, verknüpft strukturiertes, zielorientiertes KVT-Vorgehen mit Konzepten anderer Therapieschulen. Dabei stehen Muster des Erlebens im Fokus der schematherapeutischen Arbeit. Unser Denken, Fühlen und Handeln sowie unsere Stärken und Schwächen sind geprägt von diesen Mustern, die ihren Ursprung oft in frühen biografischen Erfahrungen haben. Durch Deprivation, Traumatisierung und/oder Frustration von Kernbedürfnissen werden hinderliche Selbst- und Beziehungsschemata modelliert, die sich dann in aktuellen Gesamtzuständen als belastend und hinderlich für die Alltagsroutine erweisen. Mit behavioralen, kognitiven und erlebnisaktivierenden Interventionen werden diese Muster des Erlebens in ihrer Wirksamkeit auf momentane Gesamtzustände im Modusansatz in einer spezifischen therapeutischen Beziehungsgestaltung nach einer klaren, individualisierten Fallkonzeption analysiert und modifiziert. Es gilt, diesen Mustern auf die Spur zu kommen, sie zu erkennen und damit umgehen zu lernen. Die Stärkung »erwachsener« Anteile mit einer Verbesserung der adaptiven Regulationsinstanz einer Person ist dabei ein bedeutsames Ziel erlebnisorientierter, emotionsfokussierter Klärungs- und Veränderungsarbeit.

   Workshop Nr. 2



PD Dr. Gitta Jacob
Psychologische Psychotherapeutin. Von 2002 bis 2010 klinische und wissenschaftliche Tätigkeit an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Freiburg. Von 2010 bis 2013 in der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Freiburg. Seit 2013 leitende Psychotherapeutin bei der GAIA AG Hamburg. Supervisorin für Verhaltenstherapie, zertifizierte Schematherapeutin, langjährige Dozententätigkeit zu den Themen Schematherapie, emotionsfokussierte Techniken, schwierige Situationen in der Psychotherapie, Borderline-Persönlichkeitsstörung.
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Wann mache ich wie was? Strategischer Einsatz schematherapeutischer Techniken

Für eine erfolgreiche Schematherapie ist der Einsatz emotionsfokussierter Techniken (Stuhldialoge, imaginative Übungen) entscheidend. Dafür benötigt die Therapeutin Heuristiken und praktische Übung darin, in welchen Situationen und mit welchen Zielen diese Techniken gut in die Sitzung eingebettet, durchgeführt und abgeschlossen werden können. Im Workshop werden dafür geeignete Leitlinien vorgestellt und anhand von Fallvignetten und eigenen Fällen erprobt.

Der Workshop ist ausgebucht!

   Workshop Nr. 3



Dr. Laura Seebauer
Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Schematherapeutin (ISST), Dozentin und Supervisorin für Schematherapie. Forschungsschwerpunkte: Mentale Bilder und Imaginatives Überschreiben. Seit 2018 Tätigkeit in eigener Praxis in Freiburg. Co-Leitung des Freiburg Institutes für Schematherapie (IST-FR).
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Imaginative Techniken in der Schematherapie
Imaginatives Überschreiben (Imagery Rescripting; ImRS) ist ein emotionsfokussiertes Interventionsverfahren und eine zentrale Technik in der Schematherapie. Mit ImRS-Übungen werden belastende Erinnerungen und sich aufdrängende, innere Bilder in der Vorstellung so bearbeitet, dass sich das emotionale Erleben der Patientinnen und Patienten positiv verändert und dysfunktionale Grundüberzeugungen in Frage gestellt werden. Anhand von Vortrag, Video-Demonstrationen und Übungen in Kleingruppen wird den Teilnehmern das Vorgehen beim ImRS vermittelt. Darüber hinaus werden typische Schwierigkeiten sowie verschiedene Varianten der Arbeit mit Imagination in der Schematherapie vorgestellt. Ziel des Workshops ist es, die Teilnehmenden für die imaginative Arbeit mit mentalen Bildern zu begeistern sowie das Vorgehen beim ImRS zu vermitteln und in Kleingruppen zu üben.

   Workshop Nr. 4
Frauke Melchers
Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und zertifizierte Schematherapeutin. Seit 2013 an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm.
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Stuhldialoge in der Schematherapie
Stuhldialoge sind eine in der Schematherapie häufig eingesetzte Technik, die auch in vielen anderen Verfahren zur Anwendung kommt. Dieser Workshop gibt einen Überblick über wichtige Prinzipien, Vorgehensweisen und Formate von schematherapeutischen Stuhldialogen. Anschließend werden einige Dialoge demonstriert, und die Teilnehmer werden angeleitet, schematherapeutische Stuhldialoge selbst in Rollenspielen auszuprobieren und zu üben.

   Workshop Nr. 5



Dr. Christof Loose
ist promovierter Diplom-Psychologe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, zertifizierter Schematherapeut für Kinder und Jugendliche (ISST e.V.) und arbeitet in eigener Privatpraxis sowie als wissenschaftlicher Angestellter in der Abteilung für Klinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.
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Modusarbeit mit Kindern
Der Workshop führt in die Schematherapie mit Kindern ein. Im Zentrum stehen dabei eine altersgerechte Psychoedukation des Patienten vor dem Hintergrund des Schema-Modus-Modells sowie die methodischen Zugänge zur altersgerechten Vermittlung mithilfe von Modus-Skizzen, Finger- und Handpuppen, Symbolen, Tieren, Schlümpfen®, Schablonen, Holzfiguren, Moduskarten und klassischen Stuhldialogen. Die Teilnehmer lernen, wie eine Modus-Skizze erstellt und ein sog. Modus-Interview durchgeführt wird. Gegen Ende des Workshops wird in groben Zügen die Modusarbeit mit den Eltern skizziert, sodass sowohl ein umfassender Überblick, aber auch fokussierter tieferer Einblick in die modusgeleitete verhaltenstherapeutische Arbeit mit dem Kind möglich ist.

   Workshop Nr. 6
Christian Ferreira de Vasconcellos
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis mit Zusatzqualifikation für Gruppen und Kinder/Jugendliche; Schematherapeut (ISST) für Kinder und Erwachsene; Dozent, Supervisor und Selbsterfahrungsleiter (VT, ISST).
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Einführung in die Gruppen-Schematherapie
Dieser Workshop richtet sich an Schematherapeuten, die das klassische Modell der Einzelschematherapie auf das Gruppensetting adaptieren und/oder um dieses ergänzen wollen. Durch die neuen Psychotherapierichtlinien und die damit verbundenen verbesserten Rahmenbedingungen für die Gruppentherapie ist die Arbeit mit Gruppen insbesondere für niedergelassene Psychotherapeuten sehr interessant geworden. Besonders die Gruppe, als geschützter Übungs- und Übertragungsraum, bietet die Möglichkeit, in der Interaktion mit anderen Erwachsenen seine Schemata und Modi auf erlebnisbasierter Ebene zu reflektieren und zu verändern. Zudem agiert die Gruppe im Sinne der begrenzten Nachbeelterung als eine wohlwollende validierende »Familie«, in der die Patienten positive und korrigierende (Interaktions-)Erfahrungen sammeln können (Schemaheilung). Durch das Gruppensetting und die damit verbundenen therapeutischen Gruppenfaktoren (nach Yalom und Lezcz, 2005) kommt es zu einer Intensivierung und Beschleunigung der schematherapeutischen Wirksamkeit (Farrell & Shaw, 2013)! In dem Einführungsworkshop sollen Beispiele für Interventionen zum Modusbewusstsein, Modusmanagement sowie emotionsfokussierte und erlebnisbasierte Übungen besprochen und anschließend mittels Videoausschnitten und Übungen in der Gruppe demonstriert werden. Dabei wird ein Modell für eine schemafokussierte Kurzzeittherapie in Gruppen als auch ein Modell für eine modusfokussierte Gruppenschematherapie dargestellt.

   Workshop Nr. 7
Dipl.-Psych. Kristina Lühr
Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie), zertifizierte Schematherapeutin (nach ISST e.V.). Dozentin und Supervisorin für Verhaltenstherapie und Schematherapie. Nach vierjähriger klinischer Tätigkeit in einer forensischen Klinik in Hamburg seit 2012 psychologische Beraterin und Traumatherapeutin in der Opferhilfe Hamburg e.V.
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Schematherapie bei Traumatisierung
Belastende und traumatische Erfahrungen in Kindheit und Jugend haben häufig langfristige Auswirkungen, wie z.B. interaktionelle Schwierigkeiten oder Intrusionen. Die Schematherapie kann durch ihren Fokus auf Biographie und Grundbedürfnisse sowie ihre vielfältigen Techniken und die therapeutische Haltung der begrenzten elterlichen Fürsorge einen hilfreichen Rahmen zur Behandlung von Traumatisierungen bieten. Die Technik des imaginativen Überschreibens (Imagery Rescripting) stellt eine flexible und kreative Technik zur Veränderung belastender Bilder dar. Auch Stuhldialoge, z.B. zur Bearbeitung dysfunktionaler Bewältigungsstrategien, bilden bedeutsame Bausteine. Anhand von Vortrag, Video-Demonstrationen und Übungen in Kleingruppen wird den Teilnehmer_innen eine schematherapeutische Herangehensweise beim Vorliegen einer Traumafolgestörung erläutert. Dabei werden Möglichkeiten der Einbindung traumatherapeutischer Verfahren, wie z.B. Exposition in sensu, in eine schematherapeutisch ausgerichtete Behandlung diskutiert.

Der Workshop ist ausgebucht!

   Workshop Nr. 8



Dipl.-Psych. Yvonne Reusch
Psychologische Psychotherapeutin, Dozentin und Supervisorin für Verhaltenstherapie und Schematherapie, Co-Leitung der Institute für Schematherapie Stuttgart IST-S und Westfalen IST-W, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Klinikum am Weissenhof, Weinsberg.
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Aufbau von Selbstregulation und Impulskontrolle in der Schematherapie
Störungen von Selbstregulation und Impulskontrolle begegnen uns in der Therapie bei einer Vielzahl von Störungsbildern (z.B. als »Verhaltenssüchte«). Impulskontrollstörungen werden in diesem Workshop zunächst in das schematherapeutische Modusmodell eingeordnet. Anhand konkreter Fallbeispiele werden dann die Möglichkeiten der Verbindung »klassischer« kognitiv-verhaltenstherapeutischer Techniken zur Verbesserung von Selbstregulations- und Impulskontrollfertigkeiten mit den schematherapeutischen Interventionen (vor allem Stuhldialoge und Imagination) praxisnah vermittelt.

Der Workshop ist ausgebucht!

   Workshop Nr. 9



Dr. phil. nat. Neele Reiß
Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis; Schematherapeutin (ISST) für Erwachsene und Gruppen; Dozentin und Supervisorin (VT, ISST), u.a. am Institut für Psychotherapie (ipsti-mz) in Mainz. 2008–2012 klinische und wissenschaftliche Tätigkeit an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Mainz. 2012–2017 wissenschaftliche Tätigkeit an der Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik der Goethe-Universität Frankfurt.
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Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörung
In der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) fokussieren die meisten psychotherapeutischen Ansätze auf lebensbedrohliche Symptome wie Suizidalität oder Selbstverletzungen. Gleichzeitig führen Symptome wie Dysphorie oder innere Leere zu einer Abnahme des allgemeinen Funktionsniveaus und einer niedrigen Lebensqualität. Schematherapie strebt eine ganzheitliche Verbesserung der Symptomatik an. Im Workshop steht entsprechend der aktuellen Entwicklung der Schematherapie die Arbeit mit dem Modusmodell im Zentrum. Der Workshop gibt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen und insbesondere die praktische Anwendung des schematherapeutischen Modus-Modells bei Borderline-Persönlichkeitsstörung. Anhand von Fallbeispielen wird veranschaulicht, wie Sie ein schematherapeutisches Störungsmodell (Fallkonzeptualisierung mit Modusmodell) erstellen und zentrale schematherapeutische Techniken bei Patienten mit BPS einsetzen.

   Workshop Nr. 10
Dr. med. Alexandra Widmer
Medizin-Studium an der Universität Berlin, Hannover und Hobart. Ab 2002 Ausbildung zur Fachärztin für Neurologie und Psychotherapie. 2012 Ausbildung zur Hypnotherapeutin. 2017 Auszeichnung des ehrenamtlichen digitalen Projekts »Stark und alleinerziehend« in der Kategorie Soziale Werte. Seit 2017 klinische-therapeutische Leitung und Oberärztin bei der GAIA AG.
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Schematherapie bei Beziehungskonflikten
Paar- und Ex-Paarkonflikte sind in der Praxis an der Tagesordnung. Dabei muss es sich nicht immer um eine aktuelle Liebesbeziehung handeln. Unser Ziel ist: Einzelklienten verstehen ihre Beziehungsmuster, lösen ihre emotionalen Konflikte und werden wieder handlungsfähig. Mit Hilfe von Imaginationen und Stuhldialogen demonstrieren wir in Rollenspielen die häufigsten Paar- und Ex-Paarkonflikte auf eine einfache und griffige Art und Weise.

   Workshop Nr. 11



Dipl.-Psych. Christine Zens
Diplom-Psychologin, Leiterin des Instituts für Schematherapie Hamburg (IST-HH). Niedergelassen in eigener psychotherapeutischer Praxis. Gründungsmitglied der ISST e.V., Mitglied im Trainer- und Supervisorennetzwerk und deutsche Vertreterin des Zertifizierungskomitees der ISST. Stellvertretende Sprecherin der Fachgruppe Schematherapie im DVT. Langjährige Dozentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin für Verhaltenstherapie und Schematherapie in Aus- und Fortbildung. Publikationen u.a. zu den Themen Schematherapie, Persönlichkeitsstörungen, schwierigen Therapiesituationen sowie Selbsterfahrung und Supervision.
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Schematherapie bei Essstörungen
Die Behandlung von Essstörungen gilt trotz der vorliegenden psychotherapeutischen Konzepte als herausfordernd. Essstörungen gehen mit einer hohen Rückfall- und Abbruchrate einher, zudem liegen häufig komorbide Achse-I-Störungen oder schwierige interaktionelle Muster vor. Betroffene weisen oftmals intensive Schemata und Bewältigungsstile auf, weshalb der Einsatz schematherapeutischer Strategien erfolgsversprechend erscheint. Das Modusmodell bietet einen hilfreichen Rahmen zur Einordnung der Symptomatik und zur emotions- und beziehungsorientierten Bearbeitung relevanter biographischer Erfahrungen und problematischer Muster. Durch die Kombination mit bewährten kognitiv-verhaltenstherapeutischen Techniken können gleichzeitig notwendige Schritte zur Änderung des schädlichen Essverhaltens unterstützt und ein selbstfürsorglicherer Umgang etabliert werden. Im Workshop wird ein Überblick zur Schematherapie bei Essstörungen vorgestellt und exemplarisch mit Hilfe von Demonstrationen bzw. (Video-) Beispielen und Übungen vertieft.